KiWo-Bericht 2003
BDKJ-Kinderwochenende "Zirkus" -
vom 7. - 9.11.2003 im Freizeithaus in Odert
Der siebte November war ein fast ganz gewöhnlicher Freitagmittag für das süße, wenn auch recht verschlafene Örtchen Odert. Aber halt nur fast. Denn neun ausgeschlafene TeamerInnen aus dem Dekanat Mainz-Süd hatten es sich nicht nur zum Ziel gesetzt, den gesamten Hunsrück unsicher zu machen, sondern auch mindestens bis Sonntag das vorsorglich(!) am Ortsrand angelegte Freizeithaus zu besetzen, um 24 Kindern ein Zirkus-Wochenende der Extraklasse zu bieten.
Nach Sicherung der Hunsrück-Manege mehrte sich auch nach und nach die Schar der erwartungsgeladenen Kinder, die sich gleich im munteren Namensschildbasteln übten - in Clown- oder Löwenform. Gesagt, getan! Währenddessen konnten alle jungen Artisten auch überlegen, was für sie zu einem echten Zirkus gehört, um dies dann auf dafür vorgesehenen Plakaten zu verewigen. Doch was schweißt noch mehr zusammen als eine gemeinsame Mahlzeit (oder auch: wo lernt man Leute besser und privater kennen?)? Als danach wirklich alle da waren, wurde die große Vorstellungsrunde von Susi Ehrmantraut eingeleitet. Dabei konnten auch zwei Freitagabend-Gäste vorgestellt werden: Evi Dörr aus der KJZ Nieder-Olm und Pfarrer Michael Baunacke. Große Ereignisse warfen demnach ihre Schatten voraus.
Nachdem im absolut abgedunkelten Haus zweimal "Goofy" still und heimlich gefunden werden musste, um nicht nur eine gewisse Ruhe einkehren zu lassen, sondern auch in der Zwischenzeit das nötige Ambiente zu schaffen, konnte von "Ballerina" Mathias Gall eine Freizeit-Neuheit erklärt werden: ein Stations-Gottesdienst. Die gesamte Zirkustruppe wurde in sechs Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe sollte nun im Rotationsverfahren sechs Gottesdienst-Stationen passieren: die der Fürbitten, des Friedensgrußes, der Wandlung, des Gebets, des Evangeliums sowie des (interaktiven) Vater-unsers. Miss "Alle-Fäden-in-der-Hand" Betty Urban und "Allround-Talent" Matthäus Hoffmann mit Gitarre kümmerten sich um den Sammelpunkt, den alle aufsuchen konnten, die sich noch ein wenig für die nächste Station gedulden mussten. Nach schlappen zwei Stunden fanden sich alle begeistert (und keineswegs ermüdet) im mit Kerzen beleuchteten Gemeinschaftsraum wieder, der nun mit allen bei den Stationen entstandenen Utensilien (verzierte und beschriftete Friedenstauben, Kreuze und Mandalas) geschmückt war. Ein gelungener Tagesabschluss!
Der nächste Tag begann mit einem Morgenimpuls, um die TeilnehmerInnen in die richtige Stimmung für die nächsten 1 ½ Tage zu bringen und das anschließende Frühstück sorgte für die nötige Kraft. Nachdem auch die Küchendiensteinteilung bis Sonntagmittag festgelegt wurde, begann die Ausarbeitung des Hauptthemas dieses Kinderwochenendes. Nun hieß es, alle Kinder in verschiedenen Gruppen unterzubringen, um am nächsten Tag den Eltern eine Zirkusaufführung der Extraklasse zu präsentieren. Alle überlegten eifrig, was sie aufführen wollten, mit was sie die Zuschauer begeistern könnten. Aber nach einer kurzen Weile hatten sich alle entschieden und fanden sich in bunt gemischten Gruppen mit jeweils ein bis zwei TeamerInnen wieder. Sogleich begannen auch schon die ersten Vorbereitungen für den morgigen Auftritt in Form von Planungen, Proben und/oder Bastelarbeiten, die bis zum Mittagessen andauerten.
Bei Spaghetti mit Tomatensoße konnten neue Kräfte gesammelt werden für das anstehende Feld-Wald-Wiesen-Pampa-Spiel (FE-WA-WI-PA). Hier mussten Aufgaben gesucht und vorbereitet werden, welche zunächst koordiniert und schließlich bei einer zwei Mal zwei-köpfigen TeamerInnenjury aufgeführt wurden. Es galt, z.B. ein Gedicht zu reimen, das Alter der Teamer zu schätzen, einen Witz zu spielen, einen Begriff pantomimisch darzustellen oder ein Lied zu texten. Der Kreativität waren also auch hier keine Grenzen gesetzt.
Währenddessen wurde schon ein umfangreiches Büffet von der Küchenfee Betty Urban gezaubert, die für jeden Geschmack etwas vorbereitet hatte, wovon sich dann auch jeder überzeugen konnte. Abgerundet wurde das üppige und umfangreiche Abendessen mit einer riesigen Mini-DickmannĀ“s-Platte, garniert mit verschiedenfarbigen Gummibärchen.
Zur Verdauung folgten zwei Spiele, die die Kinder wieder zum Schwitzen brachten. Aber natürlich durfte auch eine kleine Disco nicht fehlen, die mit einem umfangreichen Limbo-Dance endete, bei dem auch die letzte Schüchternheit bei den Kindern über Bord geworfen wurde. Nach solch einem erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Tag konnte man bei allen Teilnehmern zwar eine gewisse Müdigkeit erkennen, aber auch die Aufregung und das Lampenfieber vor der Zirkusvorstellung am nächsten Tag war deutlich zu bemerken.
Doch zunächst musste am Sonntagmorgen, nach dem Frühstück, der entlaufene Löwe Leo, natürlich nur in Form eines Stoffkuscheltieres, wieder eingefangen werden, der am Tag zuvor aus seinem Käfig entflohen war. Um die Suche zu erleichtern, wurden dazu in dem idyllischen Odert verschiedene Hinweise versteckt, die die Kinder auf die richtige Fährte bringen sollten. Nach der Erkundung dieses kleinen Örtchens und bei herrlichem Wetter fand man ihn auf einem dem Freizeithaus nahegelegenen Kinderspielplatz wieder und die Aufführung konnte so also stattfinden. Doch zuvor musste noch ordentlich dafür geprobt werden, um alles zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Außerdem machte man sich daran, im Hause Ordnung zu schaffen und alles, was für die Zirkusvorstellung nicht benötigt wurde, für die spätere Abreise in die Koffer zu packen.
Nach dem Mittagessen wurden der Speiseraum in eine Manege umfunktioniert und die letzten Vorbereitungen getroffen. Um 16 Uhr trafen die Eltern und weitere Interessierte ein und die mit Spannung erwartete Zirkusvorstellung konnte endlich beginnen.
Zunächst begrüßten zwei "kleine" Zirkusdirektoren die muntere Gästeschar und als erstes stand eine Akrobatikeinlage auf dem Programm, bei der Matthäus Hoffmann alle Hände voll zu tun hatte, die Kinder artistisch in Szene zu setzen. Auch einige Zauberkunststücke wurden von den "großen Kleinen" unter den wachsamen Augen von Niuscha Resch vorgeführt und erst recht die Jongleure von Christian Ambach und Bibi Knab wollten gar nicht mehr die Manege verlassen. Etwas gefährlicher ging es bei der Bären- und Löwenvorstellung zu. Die Dompteurin Freddy Aulenbacher hatte größte Mühe, die "gefährlichen" Kinder in Tiergestalt in Zaum zu halten. Aber dann kamen doch noch acht Bienchen zu ihrer Darbietung, die mit ihrem Tanz und unter den wachsamen Augen von Jürgen Trapp die Welt der Majas und Willis dem Publikum näher brachten. Zum Abschluss dieser abwechslungsreichen und faszinierenden Vorstellung bedankten sich alle Artisten mit einem gemeinsam gesungenen Lied bei ihren Gästen. Natürlich wurde auch für die Nachwelt alles von Bibi Knab auf Digitalkamera festgehalten. Nach dem tosenden Applaus der Besucher kam die Stunde des Abschieds der TeamerInnen von ihren liebgewonnenen TeilnehmerInnen. Und eine halbe Stunde später war in dem kleinen Örtchen Odert wieder Ruhe eingekehrt. Letzte Aufräumarbeiten folgten, bis dann der Heimweg angetreten wurde. Gegen 21 Uhr konnte dieses Wochenende abgeschlossen werden.
Es war zwar arbeitsintensiv und hektisch, jedoch überwiegte der Spaß und alles in allem macht dieses Kinderwochenende Lust auf mehr. Also dann, KiWo 2004 - wir sind bereit!
Für das KiWo-Team
Mathias Gall und Jürgen Trapp
